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Carolina Schutti

Mobirise

Schrauben und Bretter auf dem Boden, Lackdosen, Pinsel, alles, was ich greifen kann, Gebrüll, ich weiß nicht, von wem, das Aufheulen der Säge und die plötzliche Stille, als sie zu laufen aufhört, weil sie im Flug das Kabel aus der Steckdose reißt.


Pressestimmen zu Der Himmel ist ein kleiner Kreis


Der Himmel ist ein kleiner Kreis

»Im Zentrum des Buches stehen zwei Frauen, die bei aller Verschiedenheit eines gemeinsam haben: die Suche nach Freiheit. Eine Reise durch die eigene zerrüttete Seelenlandschaft – der eine Weg. Eine Reise in die Weite der Freiheit – der andere... Frauen im Um- und Aufbruch, ein wunderbar geschriebenes Psychogramm der Wandlungen.« (3sat Kulturzeit)

Ausnahmegespräche. Eine Initiative des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels, Carolina Schutti im Gespräch mit Katja Gasser (ORF). https://www.youtube.com/watch?v=zBLTaa3OwSw 

»Dieser Roman ist niederschmetternd schön, er schult die Fähigkeit zu Empathie immer wieder aufs Neue und zeigt einmal mehr, dass die menschliche Seele ein komplexes, vor allem aber ein fragiles Gefüge ist.« (Gerlinde Tamerl, Der Standard)

»Ein vielschichtiger Text, eine starke Erzählung, die nichts beschönt und mit glasklaren Schnitten in der formalen Konstruktion arbeitet. - Carolina Schutti kann Sprache zum Flimmern und Flirren bringen. In ihrem vieldeutigen Roman Der Himmel ist ein kleiner Kreis entspinnt sich ein poetologisches Spiel um Freiheit und Identität« (Anna Rottensteiner, Die Furche)

»Der Himmel ist ein kleiner Kreis zeigt die Österreicherin Schutti als Autorin, die souverän ihr sprachliches und erzählerisches Handwerk beherrscht.« (Marlen Hobrack, taz) »Die Schriftstellerin Carolina Schutti zeigt in ihrem aktuellen Roman, wie eindringlich man in klarer Sprache eine unbeschreibliche Einsamkeit beschreiben kann.« (ebd.) https://taz.de/!5785003/

»Ein schmales Buch, dessen Sprache und Spannungsaufbau begeistern und das auf sparsame Weise mehr erzählt als mancher 600-Seiten-Wälzer.« (Barbara Belic, Radio Helsinki) Das rote Mikro. Gespräch mit Barbara Belic zum Nachhören

»Dass der Roman mit großer Vorstellungskraft und auf eigentümlich feinfühlige und poetische, präzise beobachtende und beschreibende Art und Weise die Sinne der Leser*innen ergreift und für sich vereinnahmt, ist Carolina Schuttis Kunst: Ihr Schreiben erinnert in seinem synästhetischen Geflochtensein, in seinem Aneinanderreihen von Sinneswahrnehmungen und Gedanken an die Bewusstseinsströme einer Virginia Woolf in Die Wellen – transportiert und transformiert natürlich in einen Text des 21. Jahrhunderts. « (Ulrike Schrimpf, Hotlistblog)

»Die Innen- und Außenwelt einer erzählenden Protagonistin verschmelzen zu einem sprichwörtlichen Bewusstseinsstrom.« (Joachim Leitner, Tiroler Tageszeitung)

»Carolina Schutti zeichnet ihre Figuren in genauen Konturen, da genügen schon wenige Striche, um das Fühlen der Figuren zu zeigen.« (Martin Sailer, ORF)

»Das Ende der überheblichen Gewissheiten: Ein Buch, das sich auf fast magische Weise festkrallt am Lesenden und ihn nicht mehr loslässt … Der Stil von Carolina Schutti hat eine soghafte Wirkung ... Ein erschreckend gutes Buch.« (Bernd Melichar, Kleine Zeitung)

»That’s so atmospheric, it’s so expansive. It’s really an exploration of consiousness and identity.« (Andrew Singer, Radio Trafika Europe)

»Der Kontrast zwischen dem alptraumhaften Geschehen und den poesievollen Naturbildern macht den Roman zu einer beeindruckenden Lektüre ... In der Hoffnung, dass dieser wie jeder Traum einmal ein Ende hat, gibt man sich dem unheimlichen Sog des Romans hin.« (Beatrice Simonsen, literaturhaus.at)

»Die Stärke dieses Romans liegt in sei­ner sinnlichen Sprache. Beeindruckend auch die Beschreibung von Inas Rundgängen durch die verlassene Anlage, ihr Ver­such, ihre Sinne beisammenzuhalten … Schutti wirft dabei auch eine interessante philosophische Fra­ge auf: Was ist Freiheit? Wo und wie kann man sie finden? Was sind wir bereit, für sie zu opfern?« (Karin Cerny, Falter)

»Faszinierend ist dieses Geflecht von Momentaufnahmen im Lebensabschnitt zweier Frauen, herausfordernd das langsame genaue Erzählen, das Frage um Frage in den Raum stellt; jede hallt lange nach und lässt erkennen, wie unwichtig es wird, sie definitiv zu beantworten. Carolina Schutti legt uns mit Der Himmel ist ein kleiner Kreis einen leisen, intensiven, poetischen Roman vor, der den Drang nach Freiheit körperlich erfahrbar macht und gleichzeitig die inneren und äußeren Abhängigkeiten radikal aufdeckt.« (Liliane Studer, literaturkritik.de)


Bücher

Mobirise

Roman 2020

Eine Schotterpiste. Ein Dach. Ein Haus. Ein Camp. Fünf Menschen am äußersten Zipfel Patagoniens, wo kein Weg mehr weiter führt. Wer das Ende der Welt sucht: Hier ist es. Im Sommer hell und licht, im Winter vollkommen abgeschnitten von der Zivilisation, gefangen in Schnee und Dunkelheit. Eine Landschaft, in der ein zweites Leben begonnen werden soll. Ein idealer Ort, um die Vergangenheit zu begraben und Neues aufzubauen. Carolina Schutti setzt in „Patagonien“ ihre Figuren am Ende der Welt aus und beobachtet, wie es weitergeht – oder besser: Wie alles endet.

 

Mobirise

Novelle 2015

Carolina Schuttis Novelle ist ein stiller, zerbrechlicher Text, dessen Hauptfigur, der Bub Jakob, an der Sprachlosigkeit seiner ländlichen Umgebung scheitert. Es ist eine beklemmende Welt, in der er aufwächst.

Eigenwillig, subtil und hintersinnig im Umgang mit Leitmotiven und Bildern erzählt Carolina Schutti die Geschichte einer kindlichen Verstörung und zieht die Lesenden in die rätselhafte Atmosphäre einer seltsam fremden Welt.



Mobirise

Gedichte 2018

Gliederkälte, Schwindsucht, Bangigkeit – Krankheiten, die man unter diesen Namen nicht mehr kennt: Carolina Schuttis erster Lyrikband dreht sich in sieben Zyklen um die früher so bezeichnete Erkrankung „Nervenfieber“, was im Griechischen „Dunst“ oder „Nebel“ bedeutet. Mehr als das Medizinische sind es die Assoziationsräume der Begriffe sowie einzelne Symptome, die sie in die heutige Zeit und auf andere Bereiche des Lebens überträgt. Liebe als Krankheit, Bettlägerigkeit, Angst als vermeintlich neues Lebensgefühl sind die Themen der persönlichen wie politischen Momentaufnahmen. 

Mobirise

Roman 2012

Maja kommt als kleines Kind nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter zu ihrer Tante in ein abgelegenes Dorf. Dort verlernt und vergisst sie ihre Muttersprache und beginnt erst, nach ihrer verschwiegenen Vergangenheit zu forschen, als es eigentlich schon zu spät dafür ist.

Mobirise

Roman 2010

Anna ist jung, lebt allein in einer Stadt, die sie immer wieder durchstreift, erkundet, erfühlt. Dann lernt sie Harald kennen. Er ist älter als sie, etwas verändert sich in ihr, sie fühlt so etwas wie Glück.

Carolina Schutti erzählt die Geschichte einer jungen Frau, für die zunehmend Innen- und Außenwelt verschmelzen. Voller Melancholie und Poesie, mitunter auch komisch, ist diese Debüt ein Roman über Liebe und Einsamkeit, über Vertrauen und das alles überschattende Gefühl der Schuld.


Termine

17.2.2021: Buchpräsentation: „Der Himmel ist ein kleiner Kreis“ / Österreichische Gesellschaft für Literatur, Wien, 18.00 Uhr im Livestream


19.2.2021: Buchpräsentation mit Musik: „Der Himmel ist ein kleiner Kreis“ / Literaturhaus am Inn, 19.00 Uhr im Livestream


21.2.2021: Radio Trafika Europe / Gespräch und Lesung aus englischen Übersetzungen (Once I must have trodden soft grass; Heaven is a small circle), 18.00 im Livestream

1.3.2021: Lesung und Gespräch mit Barbara Belic, Das Rote Mikro, https://helsinki.at, 20.00 Uhr

3.3.2021: Ö1 Radiogeschichten. Angelica Ladurner liest aus dem Roman "Patagonien". Radio Ö1, 11.05 Uhr

7.3.2021: Vorstellung des Romans "Der Himmel ist ein kleiner Kreis" in der ORF Matinee am Sonntag. ORF 2, 9.05 Uhr. 


8.4.2021: Österreichisches Kulturforum Rom, mit Einführung der Übersetzers und Verlegers Marco Federici Solari, Livestream

15.4.2021: Präsentation der polnischen Übersetzung von „Eulen fliegen lautlos“, Warschau, Livestream 19.00 Uhr

16.4.2021: Ausnahmegespräche. Eine Initiative des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels, Carolina Schutti im Gespräch mit Katja Gasser (ORF). https://www.youtube.com/watch?v=zBLTaa3OwSw

29.5.2021: Nuit de la littérature, Paris, www.ficep.info, Online (Details folgen) 


19.6.2021: Lesung und Gespräch / Goethe Institut Chile, 16.00 Uhr im Livestream

10.7.2021: Lech am Arlberg / Bibliothek Sonnenburg, 21.00 Uhr

2.-13.8.2021: Stiftung Genshagen, Tandem-Residenz mit der Übersetzerin Ewa Mikulska-Frindo, PL

16.9.2021: Buchpräsentation der ukrainischen Übersetzung in Lemberg / Literaturfestival Lemberg, Österreich Bibliothek

26.10.2021: Präsentation der zweisprachigen Sonderausgabe "Visionen der Zukunft" der polnischen Literaturzeitschrift Wizje (https://magazynwizje.pl/)

November 2021: YOUR EYES MIGHT BE OPEN, THEY MIGHT BE CLOSED. Präsentation des bilingualen intermedialen Lyrikprojekts mit Jen Calleja (GB), https://www.literaturdialoge.at/your-eyes-might-be-open-they-might-be-closed/ 

11.11.2021: Tiroler Vorlesetag: Lesung und Gespräch im Rahmen des "Tiroler Vorlesetags" / Bücherei Telfs, 19.30 

19.-20.11.2021: WIR BLEIBEN WACH / Brux Innsbruck. (Text)beitrag zur 24-h-Performance https://wortklangwelt.com/24h-wir-bleiben-wach/

16.4.2022: #pausezuhause, ZOOM_Lesung und Gespräch, Santiago de Chile


Übersetzungen


Echo


44. Tage der deuschsprachigen Literatur / Bachmannwettbewerb 2020 
ARD / Fazit - Kultur vom Tage / Jörg Plath

Sehr konzentriert, es war der poetischste Text an diesem Tag, also am ehesten das, was man unter Literatur anspruchsvoller Art verstehen konnte (…) Das war tatsächlich ein Text, der dieses Ringen um Sprache in eine adäquate Form brachte.

RADIO BAYERN / Marie Schoeß

Mit einem feinen Blick für die kleinen Momente schildert Schutti, wie eine Frau die Kontrolle über Leben und Sprache verliert und wie sich so ein Alltag im Nebel anfühlt. Wie Schutti eine Sprache für den Schmerz findet, wie sie während der Lesung in einen Rhythmus kommt, all das war durchaus gelungen (…)

DEUTSCHLANDFUNK / Miriam Zeh und Jan Drees

Carolina Schutti (verband) in ihrem Beitrag „Nadjeschda“ verschiedene Erzählebenen zu einem Bewusstseinsstrom. Die Erinnerungen, Alltagsbeschreibungen und traumatisch-psychiatrischen Erfahrungen fügte sie zu einem statischen, doch sphärischen Text, der ständig auf der Suche war nach dem richtigen Ausdruck für Körper- und Sinneseindrücke.

LILIT Literaturmagazin / Veronika Schuchter

Schutti präsentierte ein stimmungsvolles, musikalisches Videoporträt. Dass sie dabei schreibend vor dem Mühlauer Friedhof sitzend Trakl und Ficker die Referenz erweist, haben wohl nur Insider erkannt. Mit Nadjeschda legte sie einen komplexen, sprachlich fein gestrickten und streng durchkomponierten Text vor, über eine Frau, die zwischen Erinnerung und Aufregung nach der Sprache sucht. (...) Insa Wilke betonte, dass es nicht nur ein sprachlich sehr schöner, musikalischer und zarter Text sei, sondern auch ein machtvoller, harter Text, was wiederum seine Vielschichtigkeit unter Beweis stellt.

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... le storie divengono una seconda pelle, difficili da liberarsene. L’erba di ieri è un dramma ricco di silenzi, di parole mormorate e non dette sulla perdita degli affetti, delle proprie radici e delle proprie identità culturale. Incantevole! Teresa D’Aniello www.sololibri.net

...una de las voces más importantes entre los jóvenes talentos de la literatura austriaca. (VOGUE.es) https://www.vogue.es/living/articulos/carolina-schutti-nuevo-libro-una-vez-camine-sobre-la-suave-hierba-novela-errata-naturae-literatura-mujeres/40468

Après la mort de sa mère, Maïa est élevée par une tante acariâtre. Elle décide de s’enfuir, mais est prisonnière d’un lien dont elle ne se défait pas : la nostalgie de sa langue maternelle et le désir d’histoires – celles mêmes qui structurent l’enfance. Sans mièvrerie, Maïa écrit la sienne en sachant qu’elle est contenue dans d’autres histoires qu’elle évoque comme des poupées russes emboîtées les unes dans les autres. Un livre subtil, à savourer. Le Monde

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Jen Calleja / Asymptote Journal "Variations on a Theme" 

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Eva Unterhuber / literaturkritik.de

Ist die heraufbeschworene Unruhe berechtigt? Droht Jakob wirklich ein Verhängnis? Dazu liefert „Eulen fliegen lautlos“ am Ende nur Hinweise, keine klare Antwort. Und darin liegt die nachhaltige Wirkung von Schuttis sorgfältig komponiertem Text. Das ungelöste Rätsel, die offenen Fragen zu Jakobs Schicksal lassen den Leser mit einem diffusen Unbehagen zurück. Unaufdringlich trifft die Novelle am Ende einen Nerv. Heimlich, still und leise, könnte man sagen. definitiv.

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Michael Wurmitzer in Der Standard / Album vom 4.7.2015

 Heimat sei "mehr als Herkunft", meint Schutti. Sie sei ein "in sich Ruhen". Wenn dem so ist, hat Schutti in der Literatur definitiv eine Heimat gefunden – und einen Platz verdient. (...) Sie sei mehr am "Inneren des Menschen, das über die Jahrhunderte gleich bleibt" interessiert als an der Außenwelt, erklärt sie diesen Umstand, der einen in ihrem neuesten Buch Eulen fliegen lautlos (edition laurin, 2015) besonders gefangen nimmt. Aus der Sicht des schwächlichen und schweigsamen Buben Jakob hintergeht Schutti darin auf beklemmenden 60 Seiten die Idylle eines Familienlebens am Waldesrand. "Einmal täglich schreit die Mutter (...). Dieser eine Schrei muss für alles reichen, denn schlecht hat sie es nicht", schreibt sie schlicht – und einfach mehr als gut!

http://derstandard.at/2000018542538/Truegerische-Unaufgeregtheit-der-Sprache
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Capturing the refugee experience / Joel Schalit Schutti’s achievement is in being able to give voice to both of these experiences simultaneously. In doing so, her novel, manages to express exactly what it feels like to be an outsider in today’s Europe: An immigrant, an asylum seeker, someone for whom Europe is both a destination and a home, that is difficult to make sense of. This isn’t what one would immediately recognise as an archetypal expression of Europeanness. It bears none of the historic hallmarks of a fixed cultural identity that has had centuries to cultivate its particularity. However, it does have repeat precedents, throughout the continent’s history, which frequently get forgotten. Once I must have trodden soft grass is a reminder of that history’s continuity into the present, and its place in European identity and culture.

http://www.euractiv.com/sections/2015-eu-prize-literature/capturing-refugee-experience-315965 ____________________________________________________________
Harald Klauhs in Die Presse / Spectrum vom 3.4.2015 Ein schmales Bändchen. Aber welcher Gehalt! (...) Mit einem einzigen Absatz wird hier ein ganzes Universum aufgemacht. Erzeugt wird diese Weite nicht zuletzt durch formale Strenge. Präzise wie bei Annette von Droste-Hülshoff sind Rhythmuswechsel, sind Metaphern, sind die durch Aufzählungen erzeugten Beschwörungen gesetzt. Literatur pur! Link zur gesamten Besprechung:

http://diepresse.com/home/spectrum/literatur/4701217/Kopfuber-in-den-Baeumen _____________________________________________________________

Gabriele Wild in Die Furche vom 2.4.2015 Schutti verfolgt in der Zeichnung ihrer Figuren vor allem den Blick der Beobachtenden. Die innere Gefühlswelt des kleinen Jakob, seine tiefsten Ängste und Hoffnungen werden durch die Beschreibung seiner Handlungen nach außen getragen. … Was davon bleibt: Vielleicht das Gefühl, jemanden (oder gar sich selbst) besser kennengelernt zu haben.
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Jurybegründung für den Alois Vogel Literaturpreis 2012 „Eigenwillig und souverän gebaut, hintersinnig im Umgang mit Leitmotiven und Bildern, subtil darin, wie sie die Lesenden in die rätselhafte Atmosphäre einer seltsam fremden und beklemmenden Welt hineinzieht. Schuttis Text ist eine bis ins Detail durchgestaltete, sehr reflektierte Prosa, die nachhaltig gefangen nimmt“.
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Barbara Neuwirth in Die Presse / Spectrum vom 17.11.2012 Sprache und die darin begründete Heimat sowie die Folgen eines kindlichen Sprachverlusts sind die großen Themen dieser Erzählung, die in ihrer vorsichtigen, verknappten Prosa viel Platz für die Fantasie der Lesenden lässt und noch lange nachwirkt.
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Susanne Schaber in Ex libris, Ö1, 12.8.2012 Carolina Schutti ist eine sehr reflektierte Autorin, bei ihr passiert nichts ohne Hintersinn. (...) eine sehr durchgestaltete, extrem verknappte Prosa, in der jedes Wort seinen Platz hat.

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Alexander Kluy in Literatur und Kritik Juli 2012: Dies ist ein zartes Buch; ein Buch, das aufhorchen lässt (...) Das Equilibrium von Nähe und Leere, das Austarieren von Sehnsucht und ersehnter Wärme steht im Zentrum dieser bemerkenswerten Prosaveröffentlichung.

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Anna Rottensteiner, Die Furche - booklet 4 / 2012 Die verlorene Muttersprache ist der Nukleus, um den sich musikalisch verdichtete Bilder sowie komplex und gleichzeitig schlicht komponierte Szenen ranken. Inhalt und Form tragen einander und treiben sich gegenseitig voran. Schwebend leicht werden die Fäden der Geschichte miteinander verflochten. Die Figuren entwickeln sich aus eindrücklichen Bildern heraus (...) Die Autorin erzählt so eine wunderbare Geschichte und reflektiert gleichzeitig dieses Erzählen mit, ohne dabei das Vertrauen in die Kraft des Ausdrucks und in die Stärke der Imagination zu hinterfragen oder zu verlieren. Die „Stille der Erinnerung“, in jedem einzelnen aufgehoben und im Zwischenland von Bewusstem und Unbewusstem angesiedelt, bahnt sich schließlich ihren Weg in die Freiheit der Imagination. Was literarisch erfasst werden kann, geht zwar aus den mit den Sinnen erfassbaren Erinnerungsfragmenten hervor, aber weit über das real Erinnerbare hinaus.

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Meinolf Reul, CULTurMAG.de - 28.3.2012 Eine Erinnerungsspur aus einzelnen Bildern (...) „einmal muss ich über weiches Gras gelaufen sein“ – es ist ein versonnen klingender, in der Luft hängender Satz, mit dem Carolina Schutti ihr neues Buch betitelt hat (2010 debütierte sie mit dem Roman „Wer getragen wird, braucht keine Schuhe“). Ein solcher Satz kann nur von jemandem stammen, der, mit Peter Rühmkorf zu sprechen, im Vollbesitz seiner Zweifel ist. Dies trifft auf Maja zu, die Hauptperson in diesem stillen Drama über Heimatlosigkeit und über den Verlust der Sprache der Kindheit und die ungestillte Sehnsucht danach. (...) Rückblicke und (imaginierte) Flashbacks weiten die erzählte Zeit auf die Generation der Eltern und Großeltern aus, Zeiten der Unruhe und Bedrohung werden in äußerster Prägnanz aufgerufen, lecken wie kleine Flammen aus der Aschenglut. (...) Das Aufblühen der Wörter, das sich hier anzeigt, entfaltet eine umso stärkere Wirkung, als Schutti sich insgesamt eines gezäumten, zurückhaltenden Duktus’ bedient. Sie gestattet sich keine rauschhaften Passagen, keine Abschweifungen, und es liegt überhaupt kein Nachteil darin – der Roman erzielt gerade in ihrem Verzicht auf vordergründige Virtuosität eine große atmosphärische Dichte, erschafft eine Gegenwärtigkeit, die beredt ist auch ohne viele (oder große) Worte. „Mein Schweigen sagt alles auf einen Blick“, heißt es beim französischen Dichter Jean Tardieu. Diese stille Erfülltheit gibt es auch bei Carolina Schutti.

Link zur gesamten Besprechung
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Martin Sailer, ORF - 6. 11. 2010 Wie es im Inneren dieser Psyche aussieht, was sie an- und umtreibt, wie die Liebe fast, aber eben nicht alles vermag, das erzählt Carolina Schutti in ihrem nur 117 Seiten starken Roman, dessen glasklare, sehr poetischeSprache fasziniert. (...) Carolina Schutti hat mit ihrem Roman „Wer getragen wird, braucht keine Schuhe“ ein Debüt publiziert, das Staunen macht. In der großen Erzählkunst, bei aller Kürze, in ihrem Vertrauen auf die Kraft schlichter Sprache und in einem ganz persönlichen Ton, der von großer Reife zeugt.


Biografie

Mobirise

Carolina Schutti wurde 1976 in Innsbruck geboren. Sie studierte Germanistik, Anglistik, Amerikanistik und klassische Gitarre und absolvierte eine Gesangsausbildung. Nach einigen Jahren Lehr- und Unterrichtstätigkeit und nach ihrer Promotion über Elias Canetti war sie Lektorin an der Universität Florenz, ehe sie 2010 ihr zum Rauriser Literaturpreis nominiertes Debüt Wer getragen wird, braucht keine Schuhe publizierte. Der zweite Roman Einmal muss ich über weiches Gras gelaufen sein (2012) wurde mit dem European Union Prize for Literature ausgezeichnet, 2015 erschien die Novelle Eulen fliegen lautlos (Alois Vogel Literaturpreis), 2020 folgte Patagonien. Darüber hinaus verfasste sie Hörspiele, Texte für interdisziplinäre Theaterprojekte und einen Lyrikband (nervenfieber, 2018). Ihre Bücher wurden mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeichnet sowie in sechzehn Sprachen übersetzt. Anfang 2021 erschien der Roman Der Himmel ist ein kleiner Kreis im Droschl Literaturverlag. Mit einem Ausschnitt daraus wurde sie zum Ingeborg Bachmann-Preis 2020 nominiert.


Biography

Carolina Schutti was born in 1976 in Innsbruck, where she still lives. She studied German philology, English and American Studies, classical guitar and classical voice. After several years of teaching and following her PhD on Elias Canetti, she taught at the University of Florence, followed by a post as a research assistant at Literaturhaus am Inn. Her publications include short stories, poetry and radioplays. In addition, she works with musicians and develops interdisciplinary projects. Schutti has received a number of awards for her literary work, her books have been translated into several European languages.


English

Texts in English: download PDF

Once I must have trodden soft grass 

European Union Prize for Literature 2015

Carolina Schutti’s novel is dedicated to the grandmothers. We are told this early on in this slim volume which takes us into the female narrator's world – a sad and archaic world with no place for love, joy or carefree innocence.

After her mother’s death, Maja is taken in by her aunt who feeds her and gives her a place to sleep but leaves her in the dark about her past. They live in a nameless village in a remote region and in very poor circumstances. Every attempt by Maja to remember her past leads nowhere. Marek, an elderly man who speaks a strange and mysterious language and lives on his own in another remote and lonely house, is the only person who can make Maja feel at home and accepted.

In a clear and poetic style, Schutti describes the situation of people who have been displaced and she does so in an entirely non-political and clear-sighted way. The search for identity, as suggested in the title Einmal muss ich über weiches Gras gelaufen sein (Once I Must Have Walked on Soft Grass), determines the narrator’s life throughout the remainder of the story. And although we’re eventually told that she is from Belarus, and in spite of the book’s referral to the past by dedicating it to the grandmothers, the theme of this novel contains a very contemporary dimension which could apply to countless regions of the world.

(http://www.euprizeliterature.eu/author/2015/carolina-schutti)


Jen Calleja : Asymptote Journal

Last year, Carolina Schutti won the European Prize for Literature for her novel einmal muss ich über weiches gras gelaufen sein (‘once I must have trodden on soft grass’) and her most recent novella Eulen lautlos fliegen (‘Owls Fly Silently’) explores domestic abuse from a young boy’s perspective that grasps what he sees through a fixation on imagery and detail and which mimics his preoccupations through masterful repetition and emphasis. (…) We discovered during the discussion that writing “poetic prose” isn’t as kitsch in German as it is in English, far from it, it’s highly regarded and preferable to “experimental;” the sister term of “poetic” with regards to prose. “It is interesting to discuss the term ‘poetic’ being rather negative in English,” Schutti admitted. Writing to me after the event she told me that through further reading around the subject she’d “found out that poetic language in combination with ‘nice’ topics quite often ends up as kitsch, so combining beautiful language with difficult and painful topics is perhaps more successful.”

Schutti, as a musician, finds sound and rhythm vital to her writing process, which is what surely brings about this poetic backbone in her work. This is further complicated when her ‘poetic-sounding’ text in German is translated into English. Interestingly, on seeing that I had kept the repeated refrains that appear in the original text in my translation of an extract of her book (which you can read below), Schutti checked with me whether they had the right effect in English for the tone of the piece, to which I admitted (to myself and to her) that it didn’t, so these were stripped back.

A question I posed about practices of condensing their writing—of whether they felt they could further condense their texts, even perhaps into poems—drew a particularly remarkable response.

(…)

On this point, Schutti approved the idea that “there are things hiding between the lines which might be more important than the words that have been written down.” I’m sure I was nodding in agreement and familiarity, of intentionally giving a reader a few well-chosen and well-placed words to allow them more imaginative freedom. Translations too must remain within the realm of disclosure of the original, no matter how enticing it is to share the exciting flesh grown onto the bare bones of the text while still ‘only’ a reader.

It was a pleasure to host these two dazzling writers, and we hope that Carolina Schutti’s works will appear in English translation in the near future.

(https://www.asymptotejournal.com/blog/2016/05/12/variations-on-a-theme-carolina-schutti-joanna-walsh-on-poetic-prose/)


Joel Schalit: Capturing the refugee experience

Schutti’s achievement is in being able to give voice to both of these experiences simultaneously. In doing so, her novel, manages to express exactly what it feels like to be an outsider in today’s Europe: An immigrant, an asylum seeker, someone for whom Europe is both a destination and a home, that is difficult to make sense of.


This isn’t what one would immediately recognise as an archetypal expression of Europeanness. It bears none of the historic hallmarks of a fixed cultural identity that has had centuries to cultivate its particularity. However, it does have repeat precedents, throughout the continent’s history, which frequently get forgotten. Once I must have trodden soft grass is a reminder of that history’s continuity into the present, and its place in European identity and culture.


(http://www.euractiv.com/sections/2015-eu-prize-literature/capturing-refugee-experience-315965)


Changing Addresses, review by Carl E. Findley III , Journal of Austrian Studies, vol.46

If this new collection, Changing Addresses, is any indication of the state of contemporary Austrian writing, one thing is certain: the Austrians are dripping with ideas. Changing Addresses is the first in a new series entitled “Studies [End Page 162] in Central European History, Literature, and Culture” (series editor Günter Bischof, New Orleans), the fruit of a longstanding partnership between the University of New Orleans and the University of Innsbruck. The editors include the scholar Johann Holzner (Innsbruck) and the Austrian short story writer Alois Hotschnig (winner of the 2008 Erich Fried Prize; his collection of quizzical black fables, Maybe This Time, recently appeared in English with Peirene Press in 2011). Together with the translators, under the direction of Brigitte Scott (also of Innsbruck), they have embarked on an ambitious project to disseminate, and in some cases introduce in English for the first time, eleven Austrian writers (many of them young and Tyrolean) who represent some of the best and most cerebral writing in Austria today.

(…) Claudia Paganini’s “Golden Mountains” is a fascinating piece, reminding one, at times, of Musil’s early novella The Perfecting of a Love, with its floating, cerebral imagery. The theme of shifting images and fragmented identities is left behind with Carolina Schutti’s two stories, which are some of the most enjoyable pieces in the collection. Schutti, a researcher and Canetti scholar, displays scholarly precision in her writing, and her story “Kellstein” is full of humor and wit (it would be surprising if one of her influences were not Robert Menasse). A brief tale about a dimwit as hilarious as Grimmelshausen’s Simplicius, this story is so delightful and unexpected that it is worth purchasing the collection for the sheer pleasure of this one well-crafted story.


& more

Deirdre McMahon’s translation of my text "Owls fly soundlessly" was awarded at John Dryden Translation Competition 2020


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